Gesund bleiben mit den richtigen Fetten - Teil 2

Im letzten Blogpost habt ihr gelesen, dass es wichtig ist Omega6- und Omega3-Fettsäuren in einem bestimmten Verhältnis aufzunehmen und wie euch das gelingt. Heute geht's darum, warum das überhaupt wichtig ist und was es beim Thema Fett sonst noch zu beachten gibt, inklusive Einkaufstipps!

Warum ist das Verhältnis von Omega6- und Omega3-Fettsäuren so wichtig? Ich fasse die Gründe mal ganz kurz und knapp zusammen:

Omega6-Fettsäuren fördern Entzündungsprozesse und Omega3-Fettsäuren wirken Entzündungsprozessen entgegen. Nun könnte man meinen, dass Entzündungsprozesse generell schlecht sind und man Omega6-Fettsäuren daher ganz meiden sollte. Das ist jedoch falsch! In einem gewissen Grad sind sie erwünscht und notwendig! Werden jedoch verhältnismäßig zu viele Omega6-Fettsäuren aufgenommen, dann nehmen die Entzündungsprozesse überhand. Durch die verhältnismäßig zu geringe Menge an Omega3-Fettsäuren kann den Entzündungsprozessen nicht mehr entgegengewirkt werden und das Gleichgewicht gerät aus den Fugen. Folgen können zum Beispiel sein: Hautekzeme, Schmerzen (zum Beispiel in den Gelenken), Rheuma, und so weiter bis hin zur Begünstigung von Krebs.

Beide essentiellen Fettsäuren spielen auch eine große Rolle bei der Blutgerinnung bzw. Lösung von Gerinnseln. Die Aufnahme dieser Fettsäuren im richtigen Verhältnis kann uns also auch vor Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall bewahren.

 

Vorsicht vor Transfettsäuren!

Beim Thema Fett sind aber nicht nur die essentiellen Fettsäuren (Omega6 und Omega3) wichtig. Es gibt noch mehr Dinge, die beachtet werden müssen. Zum Beispiel, dass  man nicht alle Fette in gleichem Maße erhitzen darf.

Durch Erhitzung finden chemische Umbauprozesse statt, die bei manchen Fetten (nämlich bei mehrfach ungesättigten Fetten) dazu führen, dass diese zwar noch Energie liefern aber keine sonstigen Aufgaben wahrnehmen können und dadurch sogar ungesund werden, indem sie unsere Blutfettwerte negativ beeinflussen. Der Fachbegriff für diese umgebauten Fette ist „Transfette“ oder „Transfettsäuren“.

 

Um unseren Körper vor diesen ungesunden Transfettsäuren zu schützen ist es wichtig folgende zwei Punkte zu beachten:

 

1. Keine Produkte kaufen oder verzehren, die die Aufschrift „enthält gehärtete Fette“, „gehärtet“ oder „pflanzliche Fette, z.T. gehärtet“ enthalten. Warum? Transfettsäuren entstehen bei der industriellen Härtung von Fetten und sind daher vor allem in Margarine, Spezial- und Bratfetten und in Fertigprodukten wie Blätterteig, Kekse, Pommes frites, Croissants, etc. enthalten.

2. Keine mehrfach ungesättigten Fette für Garmethoden, die eine hohe Hitze erfordern (zum Beispiel Anbraten, Frittieren etc.) verwenden, sondern diese nur bei rohen oder gering erhitzten Gerichten einsetzen. Folgender Tabelle könnt ihr entnehmen, welche gängigen Fette für welche Verwendung geeignet sind:

 

Fett
Verwendung
Kokosöl Braten mit hoher Hitze, Frittieren, Backen
Butterschmalz/Ghee Braten mit hoher Hitze, Frittieren

Butter

Backen, Braten nur bei milder Hitze

Olivenöl, kaltgepresst

Dünsten, Braten bei milder Hitze, kalte Gerichte

Rapsöl, kaltgepresst

Dünsten, Braten bei milder Hitze, kalte Gerichte

Sonnenblumenöl, kalt gepresst

nur kalte Gerichte*
Leinöl, kalt gepresst nur kalte Gerichte*
Kürbiskernöl, Sesamöl, Walnussöl, Traubenkernöl, Weizenkeimöl nur kalte Gerichte*

 

 * Tipp: diese Öle können unter bestimmten Bedingungen auch in warmen Gerichten verwendet werden, indem sie nachträglich (zum Beispiel nach dem Dünsten) in/über das Gericht gegeben werden

 

Achtung Herstellungsverfahren - Tipps für den Kauf von Fetten

Zu guter Letzt solltet ihr beim Kauf von Fetten auch darauf achten, wie diese hergestellt wurden. Ich persönlich kaufe pflanzliche Fette nur aus Kaltpressung („nativ“ oder „kalt gepresst“ steht dann auf der Verpackung) und aus biologischem Anbau. „Bio“ deswegen, weil bei der Kaltpressung nicht nur die wertvollen, gesunden Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sondern auch mögliche Schadstoffe. Natürlich können auch mit Bio-Siegel Schadstoffe enthalten sein (je nachdem welches Bio-Siegel, aber das ist wieder ein anderes Thema), allerdings lange nicht so viele wie bei Produkten aus konventionellem Anbau.

 

Daneben gibt es noch Öle aus Warmpressung (durch die Wärme werden teilweise wertvolle Inhaltsstoffe zerstört), aus chemischen Extraktionsverfahren (die Öle werden hier durch den Zusatz von Lösungsmitteln wie zum Beispiel Leichtbenzin aus den gepressten Pflanzen herausgelöst; pfui, wer will Benzin im Essen?!) und raffinierte Öle (diese wurden zwar von sämtlichen Rückständen befreit, sind dadurch länger haltbar und sogar zum Braten geeignet, allerdings enthalten sie deswegen auch weniger wertvolle Inhaltsstoffe und auch deutlich weniger bis keine Geschmacksstoffe).

 

Mein persönlicher Favorit - Nicht nur in der Küche

In den letzten Jahren bin ich ein großer Fan von Kokosöl geworden, vor allem zum Backen (hier findet ihr leckere Backrezepte mit Kokosöl) aber auch zum Braten bei bestimmten Gerichten. Die leichte Kokosnote finde ich richtig köstlich! Ich verwende es aber nicht nur in der Küche, sondern auch für meine Haut. Habt ihr das schon mal probiert? Die Haut wird superweich! Mit welchen Fetten werkelt ihr denn am liebsten in der Küche?

 

Bleibt gesund und munter!

 

Eure Sabine

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Corinna (Samstag, 08 Oktober 2016 16:06)

    Super Beiträge, verständlich geschrieben aber auch fundiert!
    Ich habe jeweils ein Glas Kokosöl in der Küche und im Bad stehen: Kokosöl eignet sich auch super als Make- Up Entferner oder auch als paraffinfreie Alternativ zu Bodylotion. Wenn meine Haut im Winter von der Heizung gestresst ist und ich raus in die Kälte gehe, benutze ich es auch als Schutz im Gesicht.

  • #2

    Gemüsehimmel (Dienstag, 11 Oktober 2016 08:24)

    Hallo Corinna,
    vielen Dank, das freut mich sehr, dass dir meine Beiträge gefallen! Bzgl. Kokosöl stimme ich dir voll zu - ein richtiges "Wunder"mittel :-)
    Liebe Grüße, Sabine

  • #3

    Alda (Mittwoch, 12 Oktober 2016 21:33)

    Sehr gut erklärt. Danke!!!