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Heilfasten - Sinn oder Unsinn?

Fühlst du dich oft müde, abgeschlagen oder kannst dich schlecht konzentrieren? Oder hast du Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen oder sonstige Beschwerden, die dich nicht wirklich fit fühlen lassen? Oder du fühlst dich noch ganz gut und möchtest diesen Zustand beibehalten und etwas für deine Gesundheit tun?

 

 

Dann wäre eventuell eine Heilfastenkur auch etwas für dich. Im „Hause Gemüsehimmel“ ging vor ein paar Tagen zum wiederholten Male eine 10-tägige Heilfastenkur zu Ende, was ich zum Anlass nehme diesen Blogbeitrag zu schreiben.

 

 

Wenn du wissen möchtest, welche gesundheitlichen Vorteile eine Heilfastenkur mit sich bringt und was du unbedingt beachten solltest, dann wünsche ich dir viel Spaß beim Weiterlesen!

 

 

Was ist Heilfasten?

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener (Heil-)Fastenmethoden. In der Regel bedeutet dies den Verzicht auf feste Nahrung für einen bestimmten Zeitraum. Je nach Fastenmethode nimmt man unterschiedliche Getränke zu sich.

Allerdings ist Heilfasten mehr, als einfach nur nichts zu essen! Zumindest, wenn man seiner Gesundheit damit etwas Gutes tun möchte!

 

 

Ich selbst orientiere mich immer am Heilfasten nach Buchinger, weshalb ich mich in diesem Artikel auf diese Fastenmethode beschränken möchte. Wie das konkreter aussieht könnt ihr weiter unten nachlesen.

 

 

Warum Heilfasten?

Das Ziel des Heilfastens nach Buchinger ist eine Entgiftung des Körpers.

 

 

Mit den alltäglichen (Nahrungs-)Giften, die die meisten von uns zu sich nehmen (Antibiotika in Fleisch und Wurstwaren, Pestizide in Obst und Gemüse, zu viel Zucker, der zu einer Übersäuerung unseres Organismus führt, Alkohol, Nikotin, und vieles, vieles mehr) wird unser Körper im Laufe der Zeit einfach nicht mehr fertig.

 

 

Selbst wenn man auf eine ausgewogene Ernährung achtet und versucht, nur qualitativ hochwertige Lebensmittel zu sich zu nehmen, gibt es da noch jede Menge Umweltgifte, denen wir gar nicht entkommen können (Abgase, Schwermetalle, Plastik, usw.).

 

Auch über Medikamente und Kosmetika, angefangen bei der Kopfschmerztablette, die man sich gedankenlos mal schnell einwirft und bei Deo und Shampoo bis hin zu Make-Up und Wimperntusche, nimmt unser Körper allerhand Gifte auf, wenn man nicht genauestens auf die Inhaltsstoffe dieser Produkte achtet.

 

 

Wenn diese Gifte überhand nehmen und unser Körper es nicht mehr schafft sie auszuscheiden, was durch Stress und ungünstige Lebensweisen noch begünstigt wird, lagert er sie ein.

Wo? Im Fettgewebe, denn dort richten sie vorerst weniger Schaden an als wenn sie weiter im Körper umherschwirren würden. Vorerst! Denn irgendwann kommt bei jedem der Zeitpunkt (beim Einen dauert es länger, beim Anderen kürzer), an dem diese Gifte beginnen wichtige Prozesse im Körper zu stören und somit Krankheiten auslösen.

 

 

Gesundheitliche Vorteile des Heilfastens

Die gesundheitlichen Vorteile liegen somit auf der Hand. Gifte, die nicht mehr im Körper sind, können dort auch keinen Schaden mehr anrichten.

Man fühlt sich wieder fitter, schläft besser und benötigt unter Umständen sogar weniger Schlaf als vorher, kann sich besser konzentrieren und klarer denken, hat möglicherweise weniger (Kopf-)Schmerzen (je nachdem was die Ursache hierfür ist) und ist besser gelaunt.

Ebenso kann sich zum Beispiel ein zu hoher Blutdruck durch das Heilfasten wieder normalisieren, so dass Medikamente nicht mehr notwendig sind. Und noch viele andere Vorteile sind möglich.

 

 

Wie sieht meine Heilfastenkur aus?

Wie bereits erwähnt orientiere ich mich am Heilfasten nach Buchinger.

Konkret bedeutet dies, dass ich Wasser, Tee, basische Gemüsebrühe, Gemüse- und Obstsäfte in unterschiedlichen Mengen zu mir nehme. Wichtig ist, dass man nicht über 500 kcal pro Tag und auf eine Gesamtmenge von mindestens 3 Liter pro Tag kommt. Nur dann können die gelösten Gifte auch ausgeschieden werden. Ansonsten zirkulieren sie im Körper und werden über das Blut wieder aufgenommen. Hier besteht dann die Gefahr von sogenannten „Heilkrisen“ oder „Entgiftungskrisen“, das bedeutet, dass die Gifte auf einmal wieder Probleme auslösen, da sie nun wieder aktiv im Körper unterwegs sind.

 

 

Vielleicht habt ihr schon versucht euch im Internet zum Thema Heilfasten ein wenig schlau zu machen und euch dann gewundert, warum ihr so viele unterschiedliche Angaben bzw. Anleitungen zu diesem Thema findet. Ich verrate euch warum das so ist:

 

Jeder Mensch ist individuell, jeder Körper hat individuelle Bedürfnisse. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie das Heilfasten nach Buchinger gestaltet werden kann. Und für fast jeden von uns wird eine andere Möglichkeit optimal sein. Mit „optimal“ meine ich, dass die Entgiftung bestmöglich abläuft, sprich, dass so viele Gifte wie möglich ausgeschieden werden und dabei unser Befinden aber trotzdem gut ist und keine Heilkrisen entstehen.

 

 

Als Laie wäre es daher ideal das Heilfasten unter Aufsicht eines Fastenleiters, Heilpraktikers oder (Fasten-)Arztes durchführen – zumindest beim ersten Mal. So kann man sichergehen, dass das Fasten effektiv gestaltet wird und verhindern, dass man aufgrund von Heilkrisen das Heilfasten als Unsinn und schlimme Erfahrung abspeichert und es kein zweites Mal versucht und somit auch nicht in den Genuss der gesundheitlichen Vorteile kommt.

 

 

Was muss unbedingt beachtet werden?

Ein paar Dinge gibt es, die jede vernünftige Heilfastenkur enthalten sollte.

(Anmerkung: Ich verzichte hier auf die Nennung von Markennamen. Sollte jemand eine Empfehlung wünschen, so kann er mich aber sehr gerne per E-Mail kontaktieren.)

 

1. Entlastungstage

Eine Heilfastenkur beginnt man nicht aus einer Laune heraus von einem Tag auf den anderen. Bevor der eigentliche Fastenprozess beginnt, sollten Körper und Geist darauf eingestimmt werden, indem man für ein/zwei Tage etwas weniger üppig isst.

 2. Darmreinigung

Das Heilfasten wird mit einer Startreinigung des Darms (meist mit Passagesalz) eingeläutet. Auch während des Fastens ist es wichtig, dass es zu regelmäßigen Darmentleerungen kommt, das heißt spätestens jeden zweiten Tag. Um das zu erreichen empfehle ich persönlich (besonders empfindlicheren Personen!) eher darmfreundlichere Alternativen zu verwenden, wie zum Beispiel Sauerkrautsaft, Pflaumensaft, Brottrunk oder Apfelessig. Falls diese Alternativen nicht funktionieren, kann natürlich auf das Passagesalz zurückgegriffen werden.

3. Basenzufuhr

Beim Heilfasten werden eingelagerte Säuren gelöst. Es ist wichtig, dass im Körper basische Mineralstoffe zur Verfügung stehen, damit die gelösten Säuren neutralisiert werden können. Dies erreiche ich durch die zusätzliche Einnahme von Basenpulvern.

4. Mikronährstoffe

Damit dem Körper auch weiterhin genügend Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zur Verfügung stehen und es zu keinen Mangelerscheinungen kommt, kann das Heilfasten durch eine entsprechende (hochwertige und natürliche!) Ergänzung optimiert werden.

5. Evtl. Eiweiß

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, dem Körper auch während des Heilfastens etwas Eiweiß in Form von Buttermilch, Kefir, Sojamilch, Süßlupinenmilch zuzuführen. Hierzu gibt es getrennte Ansichten. Ich persönlich faste von Anfang an mit Eiweißergänzung, da mir der Nutzen hieraus sehr plausibel erscheint. Hintergrund: Beim Heilfasten schaltet der Körper von Energieversorgung von außen (Nahrungsaufnahme) auf Energieversorgung von innen (Energiegewinnung aus Fett) um. Diese Umstellungsphase dauert einige Tage. In dieser Zeit baut unser Körper daher Muskeln (Eiweiß) ab, um daraus Energie zu gewinnen. Dieser Effekt ist von mir nicht unbedingt gewünscht, daher ergänze ich meine Heilfastenkur durch Eiweiß (ca. 15-20 Gramm pro Tag) in Form von Buttermilch, Kefir, Sojamilch oder (diesmal neu entdeckt) Süßlupinenmilch. Wenn die Umstellungsphase dann abgeschlossen ist, wird kein Körpereiweiß mehr abgebaut sondern nur noch aus dem Abbau von Fettzellen Energie gewonnen.

6. Aufbautage

Im Laufe des Fastenprozesses fährt der Körper die Produktion von Verdauungssäften herunter, da diese nicht mehr in so großem Umfang benötigt werden. Daher ist es extrem wichtig, dass man langsam und schonend mit dem Essen wieder beginnt. Die Anzahl der Aufbautage hängt von der Dauer des Fastens (bei 10 Fastentagen sollten es schon 3 Aufbautage mindestens sein) ab sowie natürlich auch hier wieder von der individuellen Verfassung – der eine Körper stellt sich schneller wieder um, der andere braucht länger. Wer auf seinen Körper hört, der wird in der Regel deutlich merken, wenn er wieder bereit für die Verdauung eines Schweinebratens mit Knödel ist ;-)

Eignet sich Heilfasten zum Abnehmen?

Viele werden jetzt vielleicht denken: "Wunderbar, dann kann man damit ja ideal abnehmen!“

Zum Abnehmen ist eine Heilfastenkur aber nur bedingt geeignet. Aufgrund der starken Kalorienrestriktion schaltet der Körper in einen Sparmodus. Unter anderem deswegen ist es auch sehr wichtig, dass nach Abschluss des Heilfastens die Aufbautage eingehalten werden, an denen nur Schonkost gegessen wird und die Kalorienanzahl von Tag zu Tag wieder ein bisschen gesteigert wird.

 

Würde nun nach Abschluss der Kur so weitergefuttert werden wie zuvor (und wenn du abnehmen möchtest dann bedeutet das in der Regel, dass du vorher mehr Kalorien zu dir genommen hast als dein Körper verbraucht hat, sonst hättest du nicht zugenommen), stellt sich rasch der gefürchtete Jojo-Effekt ein.

 

 

Eine Heilfastenkur eignet sich also nur zum Abnehmen, wenn man danach seine Ernährungsweise auf gesund umstellt und aufhört mehr Kalorien zu sich zu nehmen, als der Körper benötigt. Das gilt übrigens nicht nur fürs Heilfasten, sondern auch für alle anderen Diäten!

 

 

Ein weiteres Plus der Heilfastenkur: die Geschmacksnerven reagieren wieder viel deutlicher auf die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Ideal also, wenn man zum Beispiel aus der „Zuckersucht“ aussteigen möchte. Was Industriezucker angeht, so wirkt das Heilfasten wie ein „Reset-Knopf“ auf die Geschmacksnerven. Der erste Apfel, mit dem das Fasten traditionell gebrochen wird, ist die reinste Geschmacksexplosion. Ich freue mich jedes Mal wieder darauf!

 

 

Wie oft Heilfasten?

Die Frage nach dem „wie oft“ und auch „wie lange“ kann man nicht pauschal beantworten. Mindestens 7 (besser 10) Tage sollten es schon sein. Oft wird zweimal pro Jahr empfohlen. Ich persönlich verlasse mich da aber auf meinen Körper, der mir sagt, wenn ihm so eine Kur mal wieder gut tun würde. Der Vorteil an dieser Vorgehensweise ist auch, dass man dann positiver an die Sache ran geht. Wenn man das Gefühl hat jetzt Heilfasten zu müssen, weil April oder Fastenzeit ist, dann wird einem vermutlich auch das Durchhalten schwerer fallen. Wie immer: Think positive! :-)

 

 

Wer darf nicht Heilfasten?

Schwangere und Stillende, Personen mit Tuberkulose, fortgeschrittenen Krebserkrankungen, fortgeschrittenen Organerkrankungen, psychotischen Erkrankungen, Magersucht, Kinder und sehr betagte Menschen dürfen nicht Heilfasten.

Für Personen mit Gicht ist Heilfasten nur eingeschränkt möglich.

 

 

Meine Spezialtipps ;-)

Gut geplant ist halb gewonnen. In den ersten 1-3 Tagen meldet sich noch manchmal die Esslust, deswegen versuche ich immer an diesen Tagen gut beschäftigt zu sein mit Dingen die mir Spaß machen. Die Umstellung fällt so viel leichter.

 

 

Ideal wäre es eigentlich im Urlaub das Heilfasten durchzuführen, da dann Ruhe und Entspannung gewiss sind. Da ich jedoch im Urlaub unheimlich gerne lecker Essen gehe (das gehört zum Urlaubsfeeling für mich einfach dazu), habe ich diesmal während der Arbeit gefastet. Es hat auch ganz gut geklappt. Dank Gleitzeitregelung habe ich aber öfter bereits am Mittag Feierabend gemacht und mir dafür am Nachmittag ein schönes Bewegungsprogramm und/oder Wellnessprogramm gegönnt.

 

 

Bewegung ist ohnehin während des Heilfastens sehr wichtig, allerdings sollte man sich nicht total auspowern! Meine Favoriten sind ruhiges Yoga, denn das löst ideal Verspannungen und entspannt den Geist, leichtes Jogging auf dem Trampolin, denn das unterstützt den Lymphfluss und fördert somit die Entgiftung, sowie flottes Spazierengehen an der frischen Luft, denn da werden überschüssige Säuren gleich über die Lunge entsorgt.

 

 

Wellnesstechnisch sind Massagen sehr zu empfehlen, idealerweise wenn sie die Entgiftung fördern, sowie Basenvollbäder oder Basenfußbäder. Wer ansonsten regelmäßig in die Sauna geht, der kann das auch während des Heilfastens ins Auge fassen – alle anderen sollten diesbezüglich eher vorsichtig sein, da es eventuell zu Kreislaufproblemen kommen könnte. Aber das könnt ihr selbst am besten einschätzen.

 

 

Kurz gesagt: alles was Ruhe und Entspannung bringt ist beim Heilfasten angesagt.

 

 

Vielleicht hat der ein oder andere von euch jetzt etwas Lust aufs Heilfasten bekommen? Das würde mich jedenfalls sehr freuen!

Berichtet mir doch eure Erfahrungen und/oder Ähnliches in den Kommentaren!

 

 

Bleibt gesund und munter,

 

eure Sabine

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Carola (Donnerstag, 27 Juli 2017 09:59)

    Danke Danke für deinen Post! Was du hier schreibst hat mich inspiriert selbst heilzufasten (unter Anleitung) und ich bin absolut happy! Mir ist es schon lange nicht mehr so gut gegangen. Hätte nie gedacht das ich das durchhalten kann. Werde es auf jeden Fall wiederholen! Mach weiter so mit deinem Blog, ich freue mich auf viele weitere Infos. LG Caro